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Ursachen und Prävention

Die Pathogenese (Krankheitsentstehung) der männlichen Sterilität ist zum Teil noch ungeklärt. Im Wesentlichen ist eine Störung der Spermatogenese (Samenzellbildung), auf Grund von genetischen wie auch exogenen Faktoren (s. u.) Ursache der Krankheit.

Ursachen im Überblick

Biographische Ursachen

  • Alter – Abnahme der natürlichen Fruchtbarkeit – ab dem 40. Lebensjahr langsam beginnend:
    • Verminderung der Anzahl der Samenzellen.
    • Langsame Zunahme der Anzahl von Samenzellen mit Veränderungen der Gestalt und ebenso Zunahme chromosomaler Veränderungen bedingt durch Alterung.
  • genetische Anomalie (seltene Ursache für eine Störung der Spermatogenese

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Ernährung
    • Fehlernährung (nicht vollwertige, vitalstoffarme* Ernährung)
    • Untergewicht
  • Genussmittel
    • Alkohol
      Alkoholkonsum kann die Fruchtbarkeit des Mannes und der Frau beeinträchtigen: Sexualhormone können aufgrund alkoholbedingter Leberschädigungen nicht mehr entsprechend abgebaut werden und führen zur hormonellen Störung auf der Ebene von Zwischenhirn und Hirnanhangsdrüse. Erhöhter Alkoholkonsum kann so zu einer schlechteren Qualität der Samenzellen führen: Die Samenzelldichte wird reduziert und der Anteil der fehlgebildeten Samenzellen nimmt zu. Des Weiteren führt erhöhter Alkoholkonsum zur Beeinträchtigungen der Libido, das heißt der sexuellen Lust.
    • Kaffee, Schwarzer Tee
    • Tabak (Rauchen)
      Rauchen kann zur Einschränkung der Beweglichkeit von Samenzellen führen und damit die Befruchtungschancen vermindern.
  • Körperliche Aktivität (z.B. Exzessiver Sport)
  • Psycho-soziale Situation (z.B. Stress)
  • androide Körperfettverteilung (Körperfett am Bauch) - führt zum Abfall des freien biologisch aktiven Testosterons (männlichen Hormons)
  • Übergewicht (BMI >= 25; Adipositas) – 10 kg Übergewicht steigern das Risiko für Unfruchtbarkeit um 10 %

Hormonelle Störungen (selten Ursache einer gestörten Spermatogenese)

  • Primärer Hypogonadismus
    Schädigung oder Fehlen der sog. Leydig-Zellen, was zu einer verminderten oder fehlenden Testosteronproduktion und damit Feminisierung (Verweiblichung) des Mannes führt
  • Sekundärer Hypogonadismus
    niedriger Gonadotropinspiegel, etwa wegen Hypophysenadenom (gutartige Tumore aus den parenchymalen Zellen des Hypophysenvorderlappens) oder wegen eines hypothalamischen Tumors.
  • Genetische Ursachen
    Mikrodeletionen am Y-Chromosom mit folgender Azoospermie (fehlen von Samenzellen) oder Oligospermie (verminderte Samenzelldichte), etwa Klinefelter-Syndrom. Auszuschließen sind unter anderem auch Störungen der Schilddrüse und Nebennierenrinden-Tumore.

Organische (genitale) Ursachen

  • Bakterielle Verunreinigung des Samens, z. B. wegen Entzündung der Prostata (Prostatitis)
  • Gestörte Spermatogenese (Samenzellbildung) – u.a. wegen einer genetischen Anomalie
  • Hodenhochstand
  • Hodenhypoplasie (Unterentwicklung des Hodengewebes)
  • Hodenverletzungen
  • Immunologische Sterilität (Antikörper gegenüber den eigenen Samenzellen (Auto-Antikörper) beziehungsweise Antikörper gegenüber den Einzellen)
  • Mumps-bedingte Hodenentzündung (Mumpsorchitis)
    Mumps oder "Ziegenpeter" verläuft in der Mehrzahl der Fälle ohne schwere Komplikationen. Daher gilt Mumps in der Bevölkerung als "harmlose Kinderkrankheit". Als Komplikation im Kindesalter tritt jedoch die Mumps-Meningitis und nach der Pubertät die Mumps-Orchitis auf.
  • Störung des Spermientransports
  • Obstruktionen oder Verschlüsse der ableitenden Samenwege
    etwa nach Operation einer Leistenhernie oder durch eine angeborene beidseitige Aplasie des Ductus deferens (isoliert oder als Teilmanifestation der zystischen Fibrose), Hodentorsion (Hodenverdrehung), Hydrozele (Wasserbruch)
  • nach entzündlichen Veränderungen, wie Epididymitis (Entzündung des Nebenhodens), Prostatitis (Entzündung der Prostata), Urethritis (Entzündung der Harnröhre)
  • Urotuberkulose (die Tuberkulose der Geschlechtsorgane kann zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese führen)
  • Varikozele (Krampfaderbruch) – meist auch mit Hoden- und Nebenhodentiefstand auf der betroffenen Seite

Krankheitsbedingte (extragenitale) Ursachen

  • Diabetes mellitus – kann zu Erektions- und Ejakulationsstörungen führen sowie Ursache eines Hypogonadismus sein
  • Geschlechtskrankheiten – Gonorrhoe, Syphilis
  • Fieberhafte Infekte – beispielsweise Bronchitiden ( Entzündungen der Bronchien), Sinusitiden (Nasennebenhöhleninfektionen) – können über eine erhöhte Hodentemperatur zu Störung der Samenzellbildung führen
  • Hypophysentumor (Tumor der Hirnanhangsdrüse), Prolaktinom (→ Hyperprolaktinämie)
  • Idiopathische Sterilität – in 15 Prozent der Fälle kann die Ursache der Sterilität weder beim Mann noch bei der Frau nachgewiesen werden.
  • Lebererkrankungen – können Ursache eines sekundären Hypogonadismus sein
  • Niereninsuffizienz
  • Schilddrüsenerkrankungen

Medikamente

  • Antibiotika
    wie Cotrimoxazol oder Gentamycin oder Antihypertensiva wie Reserpin oder Methyldopa können zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen.
  • Drogenkonsum
    Cannabis führt bei regelmäßigem Konsum zur verminderten Testosteron-Produktion und Oligozoospermie (geringere Spermatozoendichte)
  • Zytostatika (Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen) – z. B. Cyclophosphamid

Röntgenstrahlen

  • Bestrahlung des kleinen Beckens wegen Tumorerkrankung

Operationen

  • Operationen wegen Hodenhochstand, Leistenbruch

Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Überwärmung der Hoden
    Arbeit am Hochofen, Bäckerei, häufige Saunagänge; Drogen; Sitzheizung im Auto: langes und häufiges Fahren mit beheizten Autositzen kann die Zeugungsfähigkeit mindern. Die Spermien werden in der Anzahl weniger (Oligozoospermie), langsamer (Asthenozoospermie) und sind häufiger fehlgebildet (Teratozoospermie);
  • Umweltgifte – z.B. polychlorierte Biphenyle (PCB)

 

Prävention

Zur Prävention der "männlichen Unfruchtbarkeit" muss insbesondere auf eine Reduktion der vorab genannten Risikofaktoren geachtet werden.

Vor dem Beginn therapeutischer Maßnahmen – wie bspw. einer künstlichen Befruchtung (auch In-vitro-Fertilisation (IVF) genannt) - ist in jedem Fall – im Sinne einer ganzheitlichen fortpflanzungsmedizinischen Diagnostik – ein Gesundheitscheck für den Mann inklusive einer Vitalstoff-Analyse erforderlich.